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Zusammenhang von Physiotherapie und Yoga

 

Physiotherapie ist ein wesentlicher Teil von Yoga. Was ist Yoga und wie und warum besteht ein Zusammenhang zwischen Physiotherapie und Yoga?

Wie die Physiotherapie, behandelt das Yoga gestörte Körperfunktionen oder bemüht sich, diese zu erhalten und mit verschiedenen Mitteln zu verbessern. Beide Therapieformen beschäftigen sich also damit, den Bewegungsapparat und die inneren Organe in Takt zu halten, zum Beispiel durch Massage, Rückenschule, gezielte Bewegungsübungen, Thermaltherapie, Elektrotherapie oder ähnliches.

Der Grund hierfür ist, dass die Lebensqualität und die Bewegungsfreiheit eines betroffenen Menschen verbessert werden muss, indem die Funktionsfähigkeit der Partien vollständig wieder hergestellt wird. Das Fazit ist ein gesunder und zufriedener Patient.

 

Yoga

Was? Yoga beschäftigt sich mit Körper und Geist. Das Wort bedeutet „verbinden“ und kommt aus dem Sanskrit (alte indische Sprache). Ziel ist die Verbindung von Körper und Geist. Wenn diese vereint sind, soll diese Einheit mit Gott verbunden werden, obwohl es im Yoga eigentlich keinen Gott gibt. Dies scheint ein Paradoxon zu sein. Yoga aber sieht schon im Menschen einen Gott, den Purusa, den inneren Kern in uns (Seele). Es gibt verschiedene Arten von Yoga.

Wie? Yoga hilft bei körperlichen und geistigen Symptomen, z.B. Rückenschmerzen, Steifheit der Gelenke, Verspannungen, Problemen des Herz-Kreislauf-Systems. Atembeschwerden, etc. Es besteht also auch die Möglichkeit zur Verbesserung psychosomatischer Krankheiten.

Warum? Yoga hilft, die beiden Instanzen Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen und so die Beschwerden zu lindern. Dies brauchen wir, um glücklich und zufrieden zu leben. Dies können wir nur erreichen, wenn wir es schaffen, dass Körper und Geist gesund sind. Dies können wir durch Yoga erreichen.

Wie ist nun ein Zusammenhang zwischen Yoga und Physiotherapie zu erkennen?

Yoga interpretiert es wie folgt: Im Kosmos des Yoga gibt es die zwei Dinge, Materie und Nicht-Materie. Der Materie entsprechen die Naturwissenschaften, z.B. Chemie. Der Nicht-Materie entsprechen die Geisteswissenschaften. Das heißt, dass alles, was wir uns vorstellen können, entweder zu den Natur- oder den Geisteswissenschaften zugeordnet werden muss, bzw. der Materie oder dem Geist. Auch z.B. Glaube, Religion und Spiritualität. Da Yoga mit beiden Wissenschaften etwas gemeinsam hat, sozusagen eine Zwischenstellung einnimmt, ist es klar zu erkennen, dass ein enger Zusammenhang zwischen Physiotherapie und Yoga besteht.

Yoga ist für mich eine kluge Variante, ein qualitativ hochwertiges Leben zu führen. Es ist bekannt, dass Gedanken und der ganze Geist den Körper beeinflussen können. Wenn Sie zum Beispiel abends einen TV-Film ansehen, in dem sehr aufregende oder spannende Szenen vorkommen, so wird auch der Körper entsprechend reagieren, indem der Blutdruck steigt und sich die Muskelspannung erhöht. Außerdem findet im Körper die Ausschüttung der entsprechenden Hormone statt. Diese Vorgänge sind ganz anders, als wenn Sie einen Film über Ayurveda und Yoga anschauen würden, bei dem diese Reaktionen nicht auftreten.

Obwohl Sie nur auf dem Sofa gesessen sind und Ihren Körper nicht bewegt haben, ist im Körper etwas passiert.

 

Wie beeinflusst dagegen der Körper die Gedanken?

Wenn Sie bei entspannender Musik einige Yogaübungen machen, z.B. Dehnungen, oder wenn Sie kurz meditieren, so wird die innere Unruhe besänftigt und es erfolgt eine Beruhigung der Gedanken. Durch diese Ruhe wird der Hormonhaushalt im Körper in Einklang gebracht und somit hat Yoga eine unmittelbare körperliche Wirkung.

Durch Yogaübungen findet eine Vasodelatation statt, wodurch eine verbesserte Durchblutung erreicht wird. Das Gehirn besteht aus etwa 65 Billionen Nervenzellen und Nervenfasern. Durch die bessere Durchblutung wird die Situation der Nervenzellen und Gefäßen verbessert und ihr Leben verlängert.

Wenn wir nun bestimmte Asnas (Bewegungsübungen) durchführen, werden die entsprechenden Informationen über die in den Gelenken, Kapseln und Muskeln sitzenden Rezeptoren aufgenommen und über das Rückenmark ins Gehirn, in den Hypothalamus bzw. Thalamus, weitergegeben. Dort sitzen die lebenswichtigen, regulierenden Instanzen, die für das psychische und physische Verhalten verantwortlich sind und es werden die Reize gespeichert, die im positiven oder negativen Sinn für den Körper von Bedeutung sind. Werden die Asnas in langsamer und ruhiger Atmosphäre durchgeführt und der Organismus empfindet die eingehenden Reize als angenehm und entspannend, so leitet der Hypothalamus diese an die Großhirnrinde weiter, wo sie gespeichert werden. Hier reagiert die Hypophyse als Antwort in einer bestimmten chemischen Hormonschaltung. Diese wiederum fördert rückwirkend den Thalamus, ähnliche Informationen zurück zur Hypophyse zu schicken und so die Speicherung dieser angenehmen Informationen zu unterstützen. Es dauert eine gewisse Zeit bis die ausgeschütteten Hormone in den entsprechenden Organen ankommen, aber Nerven dagegen brauchen nur Millisekunden, um eine entsprechende Information weiterzuleiten. Auf diese Weise steuert der Hypothalamus psychische und körperliche Abläufe, wie Emotionen und Aggressionen.

Da der Hypothalamus eine besondere Verbindung zur Großhirnrinde (Cortex cerebri), der Festplatte des Gehirns, hat, wo solche Informationen gespeichert werden, können die entsprechenden Informationen immer wieder abgerufen und entsprechend im Körper umgesetzt werden. Dieser Mechanismus funktioniert auch mit den gespeicherten Entspannungsreaktionen aus dem Yoga. Durch das Yoga wird der Thalamus mit seinem „Team“ durch die Aufgaben so geschult, dass er dem Menschen optimale Möglichkeiten eröffnet, ein glückliches und entspanntes Leben zu führen.

 

Wie aber kann dieser Lernprozess zustande kommen?

Es ist bekannt, dass während der Durchführung von Yoga die Reize vom Körper zum Thalamus laufen und umgekehrt. Diese Phase des Reizverlaufs wird dem Thalamus bekannt, d.h. er lernt sie und sendet die Information zur Großhirnrinde. Dieser Zustand ist damit den oberen Etagen des Bewusstseins bekannt und angenehm. Tritt aber ein unangenehmer Reiz im Körper auf, wie z.B. Schmerz oder ein beleidigender Kommentar, so kann dieser vom Gehirn schon im Voraus gefiltert werden, so dass er gar nicht bis zu den tieferen Gehirnregionen weitergeleitet wird. Dies geschieht nach dem Motto „wo kein Kläger, da kein Richter“ und vermindert die negativen Spannungen im Körper.

Wenn dieser Mechanismus in Yoga-Sitzungen regelmäßig, z.B. zweimal pro Woche, geschult wird, so entwickelt der Körper in seinem Gehirn ein Areal, in dem sozusagen immer Zufriedenheit herrscht. Auf dieses Reservoir kann dann in schwierigen Situationen zur Entlastung von Körper und Geist zurückgegriffen werden aufgrund der Schulung der jeweiligen Organe z.B. des Thalamus und seines Teams.

Wenn körperliche oder/ und psychische Belastungen sehr lange andauern, werden von den endothelialen Drüsen Hormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, welche schwächend auf die patrouillierenden Körperzellen wirken. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und das Risiko für Infektionen und Krankheiten erhöht sich. Dieser Stress kann auch zu Schlafdefizit bzw. –störungen führen, was ebenfalls dazu führt, dass der Körper ein Alarmsignal an das Gehirn sendet. So entsteht ein Teufelskreis zwischen Stress und Immunschwächung. Diese negative Rückkopplung kann durch gezieltes Yoga unterbunden werden. 

Alle guten und schlechten Erfahrungen prägen und verändern unser Gehirn, das alle Ereignisse speichert und entsprechende Reaktionen durchführt. Durch Yoga können gezielt positive Erfahrungen und Entspannungsmomente gespeichert werden, die im Gehirn einen positiven und angenehmen Speicherbereich schaffen. Durch diesen Mechanismus kann aller Ärger und die Probleme des Lebens abgemildert oder sogar vollkommen beseitigt werden.

Insgesamt rund fünf Millionen Deutsche praktizieren Yoga. Die meisten nutzen Yoga nur aus körperlichen Aspekten, um fit und gelenkig zu sein oder weil es eine Modeerscheinung ist. In Wahrheit geht es aber beim Yoga hauptsächlich um den Charakter, um die Einstellung gegenüber dem eigenen Leben, dem der anderen Menschen und der Umwelt zu ändern.

Ich habe festgestellt, dass sich die Anzahl derer, die Yoga lehren oder praktizieren drastisch erhöht hat. Dies ist auf der einen Seite gut für die Verbreitung des Yoga, auf der anderen Seite birgt es die Gefahr, dass Yoga verflacht und zum reinen Fitnessprogramm degradiert wird (z.B. wenn „Boxing Yoga“ oder ähnliche Kurse angeboten werden). Viele Kurse haben leider mit dem echten Yoga und seinem ganzheitlichen Konzept nichts zu tun.

Physiotherapeuten können die besten Yogalehrer werden, wenn sie auch die Yoga-Philosophie mit unterrichten, z.B. aus dem Gita- oder Pantanjah-Yoga. Dieses ganzheitliche Konzept kann dort ansetzen, wo die klassische Physiotherapie aufhört.

 

 

 

 

 

 

Hier in der Praxis möchte ich Ihnen einige körperliche und geistige Übungen präsentieren:

 

1. Körperliche Übungen

Als erstes das Janu Sir Asna (Janu = Knie, Sir = Kopf, Asna = Stellung).

Setzen Sie sich dazu bequem auf Ihre Yogamatte oder Decke (Bild 1a), strecken Sie die Beine parallel auf dem Boden aus und lassen Sie die Hände in den Schoß fallen. Bleiben Sie für etwa eine Minute in dieser Position und entspannen Sie. Atmen Sie dann tief durch die Nase ein und ziehen Sie die Arme nach oben (Bild 1b). Beugen Sie dann den Oberkörper, bringen Sie die Arme zu Ihren Füßen und atmen Sie aus (Bild 1c). Sie können hier zwei Varianten ausprobieren: Entweder Sie beugen sich rund zu Ihren Füßen oder Sie leiten die Bewegung durch die Hüfte ein. Wenn Sie diese Bewegung ausgeführt haben, ziehen Sie die Ellenbogen Richtung Boden, so dass sich eine Spannung zwischen den Schulterblättern aufbaut. Wenn Sie zusätzlich den Bauch einziehen, erleichtern Sie das Beugen des Rumpfes und können noch tiefer gehen. Atmen Sie normal weiter. Behalten Sie diese Position für 20 bis 30 Sekunden bei. Strecken Sie dann, während Sie einatmen, Ihren Körper nach oben, übertragen Sie das Gewicht des gebeugten Oberkörpers über die Arme zu den Unterschenkeln und Knie, damit die Lendenwirbelsäule nicht zu stark belastet wird. Atmen Sie dabei weiter tief ein und aus. Lassen Sie die Hände im Schoß liegen. Wiederholen Sie diesen Ablauf zwei- bis dreimal.

Bei einer zweiten Übung stehen Sie ganz entspannt. Strecken Sie dann beim Einatmen Ihre Arme Richtung Himmel (Bild 2a) und beugen Sie beim Ausatmen Ihren Körper nach unten (Bild 2b). Versuchen Sie dabei, den Boden vor den Füßen mit den Händen zu berühren. Ziehen Sie den Kopf ein und halten Sie diese Position für 20 bis 30 Sekunden. Danach heben Sie den Körper beim Einatmen wieder nach oben und strecken sich, so dass Sie sich wieder in der Ausgangsposition befinden (Bild 2c).

 

2. Geistige Übungen (Meditation)

Was ist Meditation? Meditation hat ihre Wurzeln vor etwa 15 000 Jahren bei den heiligen Sadhus (wandernde Heilige) in Nordindien, die versuchten, ihre Gedanken durch verschiedene Techniken von den Bewegungen der Welt abzuhalten. Sie wollten ihre Gedanken nur auf den Geist konzentrieren, um dadurch die Unruhe im Inneren zu stoppen und sich zu beruhigen.

Es handelt sich also um einen Zustand der Leere, bei dem die Aktivität der Gedanken eingestellt wird. Um diesen Zustand zu erreichen, hat der indische Guru Osho 132 verschiedene Techniken der Meditation erwähnt.

Hier ein Beispiel: Man sitzt bequem auf einem Stuhl oder auf dem Boden (Bild 3a und 3b), schließt die Augen und lässt den Körper locker. Beginnen Sie mit der Entspannung am besten von oben über Stirn, Gesichtsmuskulatur, Zunge, Augen, Hals, Schultern u.s.w. hin bis zu den Zehen. Atmen Sie etwa drei bis fünf Mal tief ein und aus. Hören Sie auf die Geräusche, die dabei in Ihren Lungen entstehen. Lauchen Sie in Gedanken und nehmen Sie bewusst ihre Sitzposition wahr. Mischen Sie sich aber nicht ein, sondern trennen Sie ihre Gedanken von der Welt ab. Halten Sie diesen Zustand für drei bis fünf Minuten. Stellen Sie sich nun vor, dass außerhalb der materiellen auch eine geistige Welt existiert, die schöner ist als alles Materielle. So können Sie einen Funken der spirituellen Welt in sich fühlen.

Was ist der Vorteil des Asnas im täglichen Leben? Wie aber wirken diese körperlichen Übungen? Bei diesen (Hatha Yoga) werden in den Organen verschiedene Rezeptoren gereizt, z.B. Mechanorezeptoren und Propriozeptoren in den Muskeln, Sehnen und der Gelenkkapsel, Enterozeptoren in den Eingeweiden, Presso- bzw. Barorezeptoren in den Umgebung von Eingeweiden, großen Gefäßen, Lunge und dem Herz und Chemorezeptoren bei der Regulierung der Atmung. Diese Informationen werden unter anderem über den Plexus Solaris (eine dem gehirn ähnliche Substanz mit grauen Zellen) zur Großhirnrinde geleitet. Wird der Reiz als angenehm empfunden, erfolgt darauf eine optimale afferente Antwort für das jeweilige Organ in Form von Hormonen. Außerdem werden diese Rezeptoren dadurch in Funktion gehalten.

Was ist der Vorteil der Meditation? Durch die sanften Bewegungen und die Dehnung entsteht im Körper ein gleichmäßiger Spiegel an Glückshormonen. Durch die zusätzliche Meditation geschieht etwas Ähnliches in den Nerven und den Gefäßen, so dass sich die Durchblutung verbessert und sich die Verbindung zum Großhirn intensiviert. Dort vergrößert sich das entsprechende Gehirnareal durch die regelmäßigen Übungen. Langsam und friedvoll setzt sich eine Einsichtsänderung gegen die weltlichen Dinge durch, d.h. die Gedanken werden dadurch geschult, dass sie freier sind und dadurch weniger aggressiv und negativ gestresst. Dies sorgt für gute Laune ist hilft, Raum für vernünftige Gedanken zu schaffen, da Stress in den Gedanken stattfindet und diese sonst blockieren kann. Stress wird somit durch Meditation schneller abgebaut, wodurch der Mensch in der Lage ist, bessere Leistungen zu erbringen und seine Lebensqualität zu erhöhen.

 

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